Akt & Kleinfüßler

Fotografie-Malerei von Heinz Papenhagen -

Christiane Wegner-Klafszky und Keramik von Telse Wegner.

Vernissage am Do. 13.10.2005 um 19.00 Uhr

Experimentelle Foto-Gemälde im Künstlerhaus Weinstadt-Beutelsbach.

Die Ausstellung "Akt" zeigt mehr als nackte Schönheit

Telse Wegners Keramikobjekte "Kleinfüßler"

Sitzen als Ton-Kunst

Hautnah "Menschen sind einzigartig, Menschen sind unverwechselbar, Menschen haben Körper und Seele. Lange Beine, kleinen Po, kakaofarbene Haut, blaue Adern, spitze Knie, schmale Rücken, große Poren, viele Falten, breite Hüften "unverwechselbare Eigenschaften.

Um Menschen und ihre Körper geht es in der Ausstellung "Akt" von Heinz Papenhagen und Christiane Wegner-Klafszky. Der Fotodesigner und die Künstlerin und Designerin haben sich mit ihren Koproduktionen an eine spannende Aufgabe gewagt: Sie verfremden die Bilder schöner Körper, um sie durch die Symbiose aus Fotografie und Malerei zu einem gemeinsamen neuen Kunstwerk zu erheben.

Zwei Arbeitsgebiete und ein Körper, der per se schon ein Kunstwerk der Natur ist. Schönheit wird neu gestaltet durch die Perspektiven der Akteure. In diesen aufwendigen und mehrschichtigen Prozess sind die Modelle als dritte Person einbezogen. So weitet sich die Symbiose der Kunstrichtungen zu einer Verschmelzung von Charakteren aus. Es entsteht ein Bild, bei dem der Körper neue Dimensionen erfährt, neues Leben durchläuft und sich als Parallelschöpfung präsentiert.

Über all diesen Arbeiten schwebt unausgesprochen der Respekt: Respekt vor der Kunst und vor den Arbeitsweisen der Mitkünstler. Vor allem aber Respekt vor der Schönheit der Körper. Voyeurismus hat keine Chance, aus den Bildern spricht Liebe zur Natur.

Über ein Jahr lang haben die beruflich eng verbundenen Künstler gemeinsam mit ihren Modellen an den Werken gearbeitet. Herausgekommen ist eine Sammlung aus ca. 30 Unikaten: Fotograf Papenhagen arbeitete vor allem mit experimentellen Polaroidbildern. Über diese großformatigen Abzüge legte die Designerin Wegner-Klafszky gemalte Schichten aus Acrylfarbe, Tusche und Farbstift die mit den Chemikalien des Polaroids verschmelzen.

"Keiner von uns könnte mit seiner Technik eine solche Kunstform allein erschaffen", erklären die Künstler unisono. Nur die Symbiose unserer Arbeit erlaubt diesen erweiterten Blick auf den menschlichen Körper. Wir wollen also vor allem die vielen Aspekte und Wahrnehmungsmöglichkeiten von Schönheit aufzeigen und zur Diskussion stellen."

Telse Wegner geht eigene Wege, wenn sie ans Sitzen denkt. Sie empfindet Freude an der Kunst des Sitzmöbels und stellt sich damit ganz bewusst gegen den Trend der Möbelbranche, die Funktionalität zur Norm erhebt. Ton statt Leichtmetall, Glasur statt Leder und Formfantasie statt Ergonomie Wegners Keramikexponate sollen nicht den Rücken entlasten sondern die Fantasie beflügeln.

"Da ich, wie jede Person in unserem Kulturkreis gewohnt bin auf Stühlen zu sitzen, habe ich ein Repertoire an Formen verinnerlicht", sagt Telse Wegner. Doch die Künstlerin denkt bei Lehnen nicht an Rückgrathaltung, bei Armstützen nicht an die Entlastung der Schultermuskulatur und bei Füßen nicht an Oberschenkeldurchblutung. Sie sieht eigenwillige Formen, ungewöhnliche Proportionen und vor allem Materialien, die nicht sofort ans Sitzen erinnern. Passend zur Formensprache wählt Telse Wegner entsprechende Tonsorten, die Oberflächengestaltung wandelt sich mit den Glasuren.

Und in noch einem Aspekt unterscheidet sich Telse Wegners Stuhlkunst vom trockenen Stil ergonomisch gelenkter Designer: "Die bei manchen Objekten geradezu unperfekte Ausgestaltung ist mir ein Anliegen. Sie bietet dem Betrachter Raum zum Weiterdenken", erläutert sie.

Die Ausstellung im Gewölbekeller des Künstlerhaus Schönbühlstraße 20 in Weinstadt-Beutelsbach ist von 14. bis 17. Oktober täglich von 15 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, die Künstler stehen für Gespräche zur Verfügung.

 
 
   
 
Die Ausstellung im Gewölbekeller des Künstlerhaus Schönbühlstraße 20 in Weinstadt-Beutelsbach ist von 14. bis 17. Oktober täglich von 15 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, die Künstler stehen für Gespräche zur Verfügung
 
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